Vom Meer inspirierte Technologie: So funktioniert die Salzwasseraufbereitung in Schwimmbecken

7.5.2026

Martin Býšek

 

 

Während herkömmliche Wasseraufbereitungsmethoden, die wir in unserem Artikel über die klassische Chlortechnologie behandelt haben, auf die externe Zugabe von Oxidationsmitteln setzen, verfolgt das Salzwassersystem einen anderen Ansatz. Es handelt sich nicht um eine Alternative zu Chlor, sondern um einen eigenständigen Prozess seiner Erzeugung direkt im Hydraulikkreislauf der Filteranlage. Diese Methode verwandelt das Becken in einen geschlossenen chemischen Reaktor, wobei der Schlüssel zum Erfolg in der Gewährleistung der erforderlichen Eingangsparameter und der Materialverträglichkeit liegt, die unter Berücksichtigung der spezifischen physikalisch-chemischen Eigenschaften des Elektrolyten ausgelegt sein muss.

 

Von der Homogenisierung zum elektrolytischen Gleichgewicht

Der eigentliche technische Prozess beginnt mit der Auflösung von Salz mit einem Reinheitsgrad von über 99 % in einem Verhältnis von 3-4 kg pro 1 m3 Wasser. Mit diesem Schritt erreichen wir einen Salzgehalt von etwa 0,3-0,4 %, somit einen Wert, bei dem die Elektrolysezelle mittels der Elektrolyse des im Wasser gelösten Salzes Chlor erzeugen kann. Bevor die Elektrolyse selbst gestartet wird, muss das Wasser jedoch mindestens 24 Stunden lang ohne Aktivierung der Zelle zirkulieren, damit sich die Lösung vollständig homogenisiert.

 

In dieser Phase ist zugleich entscheidend, die Gesamtalkalität im Bereich von 80–120 ppm zu stabilisieren und einen pH-Wert von 7,2 sicherzustellen. Ohne diesen Ausgangspunkt hätte die anschließende automatische Regelung mit einem instabilen System zu kämpfen, was zu einer ineffizienten Erzeugung aktiven Chlors und zur Gefahr einer Trübung des Wassers führen würde.

 

Materialintegrität und Korrosionsschutz

Ein wesentlicher Unterschied zur zuvor beschriebenen Chlortechnologie besteht darin, wie sich das Salzwasser auf die Unversehrtheit der Metallkomponenten auswirkt. Salz erhöht die elektrische Leitfähigkeit des Wassers erheblich, was die galvanische Korrosion beschleunigt. Aus technischer Sicht ist es daher unzulässig, herkömmlichen Edelstahl in Salzwasserbecken zu verwenden. Hochfester Stahl oder Titan müssen Standard sein. Im gesamten System muss eine durchgehende Schutzverbindung aller Metallteile hergestellt werden, um Streuströme zu vermeiden. Diese technischen Maßnahmen stellen den unsichtbaren, jedoch entscheidenden Unterschied zwischen einem professionell konzipierten System und dem bloßen Einbau eines Salzinators in einen herkömmlichen Schwimmbadkreislauf dar.

 

Automatisierung und präzise Steuerung des Salzgehalts

Die Betriebswartung der Salzanlage konzentriert sich auf den Ausgleich des Nebenprodukts der Elektrolyse – Natriumhydroxid. Es erhöht auf natürliche Weise und kontinuierlich den pH-Wert– eine Dynamik, die herkömmliche Chlorsysteme in diesem Ausmaß nicht kennen. Ein unverzichtbarer Bestandteil der Technologie ist daher eine automatische Dosierstation, die den pH-Wert in Echtzeit überwacht und reguliert, um Kalkablagerungen an den Elektroden der Zelle zu verhindern. Was die Aufrechterhaltung des Salzgehalts angeht, ist es wichtig zu wissen, dass Salz nicht aus dem Wasser verdunstet. Sein Verlust ist rein mechanischer Natur – durch Abtragung an den Körpern der Badenden oder beim Waschen des Filters.

 

Die Überwachung des Salzgehalts kann heute digital erfolgen und ist häufig direkt in das Solinator-System integriert. Das Nachfüllen von Salz sollte stets mit Bedacht erfolgen, damit die Leitfähigkeitsgrenze, für die die jeweilige Elektrolyt-Einheit ausgelegt ist, nicht überschritten wird. Beim Einfüllen von Salz in den Pool ist es wichtig, die Filteranlage eingeschaltet zu lassen, damit sich das Salz so schnell wie möglich auflöst und sich nicht am Boden oder an anderen Stellen des Pools absetzt. Sollte dies trotz unserer Bemühungen dennoch passieren, muss die betroffene Stelle so schnell wie möglich behandelt werden, beispielsweise mit einem Handstaubsauger oder einem Schmutzentfernungsnetz. Es empfiehlt sich beispielsweise, das Salz nach und nach am Rand des Pools zu verstreuen.

 

Weichwasserkomfort durch Ingenieurskunst

In Verbindung mit einer geeigneten Konstruktion und der eingesetzten Technologie bietet Salzwasser eine technisch elegante Lösung für alle, die den Komfort von weichem Wasser suchen, ohne dabei in nennenswertem Umfang mit Chemikalien in konzentrierter Form hantieren zu müssen. Dies erfordert jedoch ein höheres Maß an technischer Disziplin bei der Auslegung der Hydraulik und beim Materialschutz. Während sich die klassische Chlortechnologie durch ihre Materialunempfindlichkeit auszeichnet und somit beispielsweise den Einsatz von Edelstahlelementen im Schwimmbecken ermöglicht, ist das Salzwassersystem die richtige Wahl für alle, die sich ein hautfreundlicheres Wasser und einen weniger starken Chlorgeruch im täglichen Gebrauch wünschen.